bezüglich Corona: „Hygienerahmenkonzept“ wie auf der Seite des Landessportbundes Berlin (LSB) veröffentlicht

Hygienerahmenkonzept für Fitness- und Tanzstudios, Krafträume und ähnliche innenliegende Sport- räumlichkeiten gemäß § 6 Abs. 3 iVm § 19 Abs. 2 Satz 2 der Zweiten SARS-CoV-2 Infektionsschutz- maßnahmenverordnung vom 01.06.2021 (InfSchMV)

Stand: 01.06.2021

Vorbemerkung

Das vorliegende, im Einvernehmen mit der Senatsverwaltung für Gesundheit von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gemeinsam er- stellte, bereichsspezifische Hygienerahmenkonzept regelt die Anforderungen an die Schutz- und Hygie- nekonzepte für Fitnessstudios, Krafträume, Tanzstudios, Gymnastikräume, Kampfsportschulen und ähn- liche innenliegende Sporträumlichkeiten, welche durch eine – im Vergleich zu herkömmlichen Sporthal- len – deutlich geringere Raumhöhe und ein geringeres Raumluftvolumen gekennzeichnet sind. Das vor- liegende Konzept gilt darüber hinaus für sonstige Räumlichkeiten, die für die Sportausübung genutzt werden (z.B. Schulaulen). Es gilt nicht für Sporthallen, für diese gilt ein eigenes Hygienerahmenkonzept.

A. Die Öffnung und Nutzung der Fitness- und Tanzstudios, Krafträume und ähnlichen innenliegenden Sport- und sonstigen Räumlichkeiten im Sinne der Vorbemerkung (im Folgenden „Sporträumlichkei- ten“) ist nur unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

1. Zulässige Gruppengrößen und Testpflicht

Für andere als die in § 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 bis 3 InfSchMV genannten Personengruppen ist die Nut- zung der Sporträumlichkeiten nur in folgender Form zulässig1:

  • für Einzelpersonen und Gruppen bis maximal zehn Personen, die sämtlich im Sinne von § 6b nega- tiv getestet sind; die Testpflicht gilt nicht für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die im Rahmen des Schulbesuchs getestet werden und
  • für Kinder im Alter bis einschließlich 14 Jahren, wenn der Sport in festen Gruppen von maximal 20 anwesenden Personen zuzüglich einer betreuenden Person ausgeübt wird; die Betreuungsperson muss im Sinne von § 6b negativ getestet sein.Die Testpflicht nach § 6b InfSchMV entfällt für geimpfte und genesene Personen im Sinne des § 6c der InfSchMV. Bei der Berechnung der vorstehenden Gruppengrößen werden diese Personen jedoch mit- gezählt.2. PersonenobergrenzenUnbeschadet der Zulässigkeit der Vorgaben nach Nr. 1 darf bei der Nutzung die maximal mögliche Ge- samtzahl der zeitgleich Anwesenden zu keinem Zeitpunkt überschritten werden. Die Gesamtzahl der zeitgleich Anwesenden orientiert sich an den jeweiligen baulichen Bedingungen, wie der Größe der Sporträumlichkeit und sonstigen Begebenheiten, insbesondere den Belüftungsmöglichkeiten. Unter Be- rücksichtigung des Mindestabstands von mindestens 1,5 Metern gilt grundsätzlich mindestens eine Vor- gabe von 10 qm, bei bewegungsintensiven Sportarten 20qm pro Person.1 Sollten sich die zulässigen Gruppengrößen aufgrund weiterer Öffnungsschritte verändern, gelten im Rahmen der vorliegenden Regelungen die jeweils aktuellen Gruppengrößen.

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Je nach Größe der Sporträumlichkeit kann eine gleichzeitige Nutzung durch mehrere Nutzergruppen zugelassen werden, wenn dabei die Einhaltung der Vorgaben der InfSchMV und dieses Hygienekonzep- tes in der Praxis gewährleistet wird.

Beim Übungs- und Lehrbetrieb sind Zuschauer/innen und / oder Begleitpersonen in der Sporträumlich- keit grundsätzlich zugelassen. Der Aufenthalt aller nicht zur eigentlichen Nutzergruppe zählenden Per- sonen in der Sporträumlichkeit ist auf die Gesamtzahl der zulässigen Personen anzurechnen. Hiervon ausgenommen ist das Bringen und Abholen von Kindern zu und von ihren jeweiligen Sportangeboten, soweit die Kinder hierzu nicht selbständig in der Lage sind und die Sporträumlichkeit nach dem Bringen bzw. Abholen der Kinder unverzüglich verlassen wird.

3. Umkleiden, Toiletten, Wasch- und Duschräume

Umkleiden und Toiletten sind zur Benutzung freigegeben. Für die gleichzeitig nutzende Personenzahl ist der Abstand von 1,5 m maßgeblich, zusätzlich wird je Person rund 60 cm – Wert entsprechend den Entfluchtungsplänen – in Ansatz gebracht (Beispielberechnung für Umkleiden: Unter Einbeziehung der durchschnittlichen Schulterbreite kann eine gerade Umkleidebank von 7 m von 4 Personen genutzt werden). Sofern gegenüberstehende Umkleidebänke nicht einen Abstand von 2 m voneinander haben, ist, wenn eine Umkleidebank vollständig genutzt werden soll, die andere Bank zu sperren. Die Begren- zung der Personenzahl ist am Eingang der Umkleiden – auch für die Duschräume – auszuweisen. Die zu nutzenden Umkleideplätze können gekennzeichnet werden. Eine Überschreitung der für die jeweilige Umkleide zulässigen Personenzahl ist ggf. durch steuernde Maßnahmen zu verhindern.

Wasch-/Duschräume sollen geöffnet werden. Es sind Flüssigseife, und Einmalhandtücher zur Verfügung zu stellen. Elektrische Handtrockner sind für die Nutzung zu sperren. Die Wasch- und die Duschräume dürfen nur unter Wahrung des Mindestabstandes von 1,5 m und einer ausreichenden Belüftung genutzt werden, ggf. müssen Duschen / Waschräume zur Wahrung des Abstandes gesperrt werden. (Alle Lei- tungsstränge sind zur Vermeidung von Legionellenbildung regelmäßig durch den Betreiber durchzuspü- len!).

4. Terminbuchungen

Der Zugang zur Sporträumlichkeit ist über Terminbuchungen / Vergabe von Nutzungszeiten zu steuern. Die Termine / Nutzungszeiten sind so zu vergeben, dass die Einhaltung der Vorgaben nach Nr. 1, 2 und 3. zu jeder Zeit der Nutzung gewährleistet ist. Kontakte zwischen den Nutzenden sowie die Bildung von Warteschlangen im Gebäude sind möglichst zu vermeiden.

5. Lüftung

Für eine maximale Lüftung der Sporträumlichkeit einschließlich der Umkleiden, Dusch- und Sanitärbe- reichen ist zu sorgen.

Die konkreten Maßnahmen variieren in Abhängigkeit zu den technischen und räumlichen Gegebenhei- ten in den jeweiligen Räumen. Die Empfehlungen der Bundesregierung zum infektionsschutzgerechten Lüften (https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arbeitsschutz/infektionsschutzgerechtes- lueften.pdf;jsessionid=6C6BB4299B058A8EA35CB5A8749BBE9B.delivery2-replication?__blob=publica- tionFile&v=1) sowie für Details die entsprechenden einschlägigen Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fokus/Luef- tung.html) sind zu nutzen.

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Soweit im Sportraum selbst keine ausreichenden Lüftungsmöglichkeiten bestehen, wird dieser nicht für den Sportbetrieb geöffnet. Fehlt es an einer geeigneten Lüftung in den kombinierten Dusch- und Um- kleidebereichen, so dürfen diese nur zum Abstellen / Ablegen von Schuhen, Taschen und Jacken der Sportlerinnen und Sportler genutzt werden.

Es ist außerdem ein Lüftungsprotokoll vorzugeben, nach dem regelmäßige Lüftungen vorzunehmen, zu dokumentieren und zu kontrollieren sind und das mindestens folgende Daten enthält: Datum, Uhrzeit, Name der Person, die die Lüftung vorgenommen hat.

6. Reinigung und Abfallentsorgung

Für jede Sporträumlichkeit ist grundsätzlich eine tägliche Reinigung vorzusehen – Wochenenden und Ferienzeiten eingeschlossen, wenn in diesen Zeiten eine Nutzung stattfindet. Insbesondere Türklinken, Treppen- und Handläufe, Toilettensitze, Armaturen, Waschbecken und Fußböden in Toiletten und Waschräumen sind täglich professionell zu reinigen. Fenstergriffe, Licht- und sonstige Bedienschalter und Tastaturen sollen nur von Übungsleitern / Hygienebeauftragten betätigt werden.

Bei Verschmutzungen mit Fäkalien, Blut oder Erbrochenem ist nach Entfernung der Kontamination mit einem mit Desinfektionsmittel getränkten Einmaltuch eine prophylaktische Scheuer-Wisch-Desinfektion erforderlich. Die tägliche Reinigung obliegt den Vergabestellen / Trägern der Sporträumlichkeit. Sofern diese eine tägliche Reinigung nicht gewährleisten können, müssen die Nutzenden nach Ende ihrer Sporteinheiten eine gründliche Reinigung der genutzten Sportflächen selbst vornehmen. Die Reini- gungsutensilien sind von den Vergabestellen / Trägern der Sporträumlichkeit bereit zu stellen.

Abfälle müssen bei Nutzung der Räumlichkeiten täglich ordnungsgemäß entfernt werden.

Nach erfolgter Übungseinheit sind genutzte Sportgeräte, Matten etc. zu reinigen / desinfizieren. Es wird empfohlen, Trainingsformen ohne gemeinsam genutzte Sportgeräte bevorzugt auszuüben, bzw. vorzugsweise mitgebrachte Sportgeräte / Ausstattungen (Yogamatten, Handtücher zum Unterlegen der Nutzenden) zu verwenden. Mitgebrachte Geräte / Ausstattungen sind nach Gebrauch wieder mitzuneh- men (keine Lagerung). Dies gilt nicht für die Lagerung personenbezogener Geräte/ Ausstattungen in ab- schließbaren Schränken.

7. Aushänge
Die Nutzenden sind durch sichtbaren Aushang auf das richtige Infektionsschutzverhalten hinzuweisen. 8. Medizinische Gesichtsmaske

In allen Räumen einschließlich Fluren, Toiletten, Umkleiden usw. der Sporträumlichkeit ist eine medizi- nische Gesichtsmaske zu tragen, soweit nicht einer der Ausnahmetatbestände des § 4 Abs. 4 der In- SchMV greift. Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske gilt nicht während der eigentli- chen Sportausübung für die Sportlerinnen und Sportler sowie die Trainerinnen und Trainer sowie beim Duschen und dem anschließenden Abtrocknen. Wer mehrfach gegen das Gebot verstößt oder sich trotz Belehrung weigert, eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen, ohne dass ein Ausnahmetatbestand nach § 4 Abs. 4 InfSchMV vorliegt, ist von der Sporteinheit durch die Übungsleitenden / den Sportanbie- ter auszuschließen. Zuschauerinnen und Zuschauer sind ggf. der Sporträumlichkeit zu verweisen.

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9. Anwesenheitsdokumentation

Die für den Sportbetrieb Verantwortlichen im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 5 InfSchMV haben für jede Nut- zung eine Anwesenheitsdokumentation zu führen, welche die in § 5 Abs. 2 InfSchMV aufgeführten An- gaben enthält. Die nutzende Sportorganisation /der Sportanbieter hat sicherzustellen, dass auch die Vergabestelle /der Träger der Sporträumlichkeit jederzeit weiß, bei wem die Anwesenheitsdokumenta- tion einer Sporteinheit hinterlegt ist, um eine schnelle Information durch die Gesundheitsämter über einen Infektionsfall zu gewährleisten.

Die Pflicht zum Führen einer Anwesenheitsdokumentation kann auch unter Nutzung digitaler Anwen- dungen, auch solcher die eine automatisierte Datenerfassung ohne Mitwirkung der Verantwortlichen ermöglichen, erfolgen. In jedem Fall muss die Möglichkeit einer Anwesenheitsdokumentation ohne Nutzung digitaler Anwendungen vorgehalten werden.

Die Anwesenheitsdokumentation ist durch die Übungsleitenden / Hygienebeauftragten für die Dauer von vier Wochen nach Ende der Sporteinheit geschützt vor Einsichtnahme durch Dritte aufzubewahren oder zu speichern und der zuständigen Behörde auf Verlangen auszuhändigen, wenn die Voraussetzun- gen des § 5 Abs. 2 Satz 3 bis 6 InfSchMV vorliegen. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist ist die Anwe- senheitsdokumentation zu löschen oder zu vernichten.

10. Nutzerverhalten

Bei Krankheitsanzeichen (z.B. Fieber, trockener Husten, Atemproblemen, Verlust Geschmacks-/ Ge- ruchssinn, Halsschmerzen Gliederschmerzen, Symptome einer Atemwegserkrankung) darf die Sport- räumlichkeit nicht betreten werden. Dies kann auch nicht durch ein negatives Ergebnis eines Antigen- Schnelltests, den Nachweis einer vollständigen Impfung oder eines Genesenenstatus umgangen wer- den.

Soweit der Sport in einer gemeinsamen Übungseinheit oder in einem Kurs stattfindet, sind die Übungs- leiter oder Hygienebeauftragten verpflichtet vor Beginn der Sporteinheit auf die Einhaltung der Hygie- neregeln hinzuweisen, insbesondere auch bei Nutzung der Toiletten, Umkleiden und Duschen. Sie ha- ben vor Beginn der Sporteinheit außerdem die geltenden Beschränkungen für die Sportausübung selbst gegenüber den Sportlern/innen zu erläutern. Sie haben außerdem das Tragen einer medizinischen Ge- sichtsmaske vor und nach der Sportausübung zu kontrollieren.

B. Verantwortlichkeiten
1. Verantwortung der Sportorganisationen / Sportanbieter

Werden in den Sporträumlichkeiten Sportangebote durch Sportorganisationen / Sportanbieter ge- macht, sind diese für die Umsetzung und Kontrolle der Vorgaben dieses Hygienerahmenkonzeptes und der InfSchMV verantwortlich. Dies betrifft insbesondere die Sportorganisationen bei der Nutzung der öffentlichen Sportanlagen. Die Verantwortlichkeit der Sportorganisationen / Sportanbieter gilt nicht für

die Beplanung, Beschilderung und Ausstattung der Umkleiden/Toiletten, Dusch- und Waschräume (Nr. 3), insoweit bleibt der Betreiber/ die Vergabestelle verantwortlich. Die Kontrolle und Durch- setzung der vom Betreiber/der Vergabestelle gemachten Vorgaben gegenüber den Nutzenden, liegt jedoch in der Verantwortung des Sportanbieters/der Sportorganisation,

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  • die Organisation und Durchführung der Terminbuchungen / Vergabe der Nutzungszeiten (Nr. 4),
  • die Vorgaben zur Reinigung und Abfallentsorgung (Nr. 6),
  • die Verpflichtung, über Aushänge auf das richtige Infektionsschutzverhalten hinzuweisen (Nr. 7).Soweit der Sport in einer gemeinsamen Übungseinheit oder in einem Kurs stattfindet wird die Verant- wortung in der Regel durch die Übungsleitenden / Kursleiter ausgeübt. Abweichend davon kann die Verantwortung auch durch die von der nutzenden Sportorganisation / dem Sportanbieter benannten Hygienebeauftragten wahrgenommen werden, die dann für die Dauer der Nutzung der Sporträumlich- keit vor Ort anwesend sein müssen.Die Vergabestelle / der Betreiber der Sporträumlichkeit ist berechtigt, unangemeldet durch Stichpro- ben die Einhaltung der Regeln zu prüfen. Bei Verstößen kann im Rahmen des Hausrechts in minder schweren Fällen eine Ermahnung, in schweren Fällen bzw. in Wiederholungsfällen ein Entzug der Nut- zungszeit und die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens durch die Stellung einer Anzeige erfolgen.2. Verantwortung des Betreibers / der VergabestellenSoweit die Nutzung der Sporträumlichkeit nicht im Rahmen von Angeboten der Sportorganisationen / Sportanbieter erfolgt, liegt die Verantwortung für die Umsetzung und Kontrolle der Vorgaben dieses Hygienerahmenkonzeptes und der InfSchMV beim Betreiber / Vergabestellen der jeweiligen Sport- räumlichkeit. Im Falle der vorrangigen Nutzung von Sportanlagen nach Nr. 9 Sportanlagen-Nutzungsvor- schriften (SPAN) gilt die nutzende Sportorganisation als Betreiber.

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